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Original + Ersatz

Am kommenden Mittwoch wird in Brünn die sanierte Villa Tugendhat wiedereröffnet. Über Detektivarbeit in der Denkmalpflege, Retrofuturismus und die Debatten zum aktuellen Umgang mit den Bauten der Moderne…

www.baunetz.de

Mehr zur Wiedereröffnung der Villa Tugenhat: www.tugendhat.eu

Fun Palace im Rohzustand

Paris, 16. Arrondissement, rive droite: Seit dem ersten Januar sind sie geschlossen, die hohen Portale des neoklassizistischen Ausstellungsgebäudes Palais de Tokyo. Direkt neben dem Musée d’ Art Moderne de La Ville de Paris gehen die Sanierungs- und Erweiterungsmaßnahmen in die nächste Runde – Architekten sind wie schon beim Umbau von 2000/01 die Pariser Architekten Lacaton & Vassal. Ihre Vision: Aus dem Bau soll ein ganzes Zentrum für zeitgenössische Kunst werden; die übrigen Etagen, vom Keller bis unters Dach, sollen nach und nach als Ausstellungs- und Veranstaltungsräume genutzt werden – eine goldene Zukunft für das betongraue Zentrum für Gegenwartskunst, war doch das Budget schon vor elf Jahren zu knapp. Eine Herausforderung für die Architekten.

Ursprünglich von den Architekten Jean-Claude Dondel, André Aubert, Paul Viard und Marcel Dastague als monumentales Gebäude mit einem dreiseitigen Portikus errichtet, wurde das Museum 1937 im Rahmen der Pariser Weltausstellung eröffnet. Es folgte die bewegte Geschichte der nächsten Jahrzehnte, bis Ende der Neunziger der Westflügel zunächst in ein „Maison du cinéma“ verwandelt werden sollte. Als sich dieses Projekt zerschlug, beliefen sich allein schon die Entrümpelungsarbeiten auf 12,2 Millionen: Den Rohzustand vom Baubeginn 2001 haben die beiden Architekten bis heute bewahrt.

Mit ihrem Konzept für die Erweiterung des zeitgenössischen Kunsthauses beziehen sich Anne Lacaton und Jean-Phillippe Vassal auf die Vision des Fun Palace von Cédric Price: Alle Räume sollen offen sein, flexibel in ihrer  Nutzung – ein komplett vertikal organisiertes Gebäude mit Treppen, Aufzügen und Brücken. Die Architekten machen nicht den gesamten Bau zugänglich, sondern fokussieren sich auf bestimmte Räume – im Untergeschoss, Fragmente aus den oberen Etagen und direkt unter dem Dach. Dort findet sich ein besonderes Highlight: der ehemalige Kinosaal im dritten Obergeschoss.

Kombiniert mit den für ihre Projekte typischen Low-Budget-Maßnahmen wollen Lacaton & Vassal diese Veränderungen in den kommenden Jahren Schritt für Schritt umsetzen. Seit 2008 haben sie einen Prioritätenkatalog für alle Baumaßnahmen erarbeitet, am Ende soll das Palais de Tokyo mit 16.500 Quadratmeter Ausstellungsfläche eines der größten europäischen Zentren für zeitgenössische Kunst werden.

„Zwischen Ausstellungen, Konferenzen, vier Theatern und zwei Restaurants können die Besucher sechs bis sieben Stunden in diesen Wänden zu verbringen“, erzählt Jean de Loisy, der im Sommer letzten Jahres als neuer Direktor des Palais de Tokyo Marc Olivier Wahler ablöste und für 2012 ein ambitioniertes Programm auf den Tisch legt: Am 12. und 13. April werden zunächst die neuen 5.500 Quadratmeter Ausstellungsfläche das Palais de Tokyo mit einem 36-stündigen  Kunst-Marathon eröffnet. Eine Woche später,  ab dem 20. April, wird in den unverputzten Räumen mit den sichtbaren Lüftungsschächten dann die von Okwui Enwezor (Haus der Kunst München) kuratierte Triennale d’art contemporain zu sehen sein.

(erschienen am 13. Februar 2012 auf www.baunetz.de)

Interview mit NL Architects

Ein Basketballplatz auf dem Dach eines Cafés, Kletterwände an der Fassade oder eine Blumenvase mit drei Öffnungen, die man auch auf den Kopf stellen kann – NL Architects verstehen ihre Arbeit als einen Remix der Realität und beweisen dabei viel Phantasie. Für ihre überraschenden Gebäude wurden Pieter Bannenberg, Walter van Dijk und Kamiel Klaasse bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter auch der renommierte der Mies-van-der-Rohe Nachwuchspreis für die BasketBar in Utrecht. Zusammen mit dem Fotografen Allard van der Hoek habe ich die Architekten in ihrem Büro in Amsterdam besucht.

Mehr im Crystal Talk#33

Baumhäuser

Es sind kleine Hütten, die sich in den Baumkronen verstecken, kapselartige Zellen oder gezimmerte Nester. Wurden Baumhäuser lange als Spielräume für Kinder angesehen, haben sich in den letzten Jahren eine Reihe von Architekten von dieser ungewöhnlichen Bauaufgabe zwischen Ästen und Blättern faszinieren lassen. Wir haben uns einige dieser neuen Wipfelbauten angesehen und ungewöhnliche Baumparasiten in Deutschland, Japan, Neuseeland, Schweden, und Frankreich entdeckt: Die BAUNETZWOCHE zeigt schwebende Lese- und Gästezimmer im Garten, verborgene Minihotels im Wald, Baumhütten mit Meerblick, ein Restaurant im Blätterwald und einem Baumkindergarten mitten in Tokio.

Mehr in der Baunetzwoche#254 „Baumhäuser“

Gefrorene Wassertropfen – Temporärer Pavillon in Santiago von GUN

Kaum vorstellbar bei einem nasskaltem Wetter wie heute, dass man sich in anderen Breitengraden über Regen freut. In Santiago de Chile feiert man das kostbare, heilige Nass gerade in einem kirchenartigen Pavillon, den das deutsch-chilenische Büro GUN im Rahmen des Young Architects Program des MoMA_PS1 entworfen hat. Seit Mitte Dezember steht die Wasserkathedrale im Innenhof des Kulturzentrums Matucana 100 mitten im Zentrum von Santiago und erfrischt während der extrem heißen Monate Dezember und Januar mit einem sanften Sprühregen, Musik und expressiven Formen, die an den Palast der Schneekönigin erinnern.

Das junge Architektenduo Lene Nettelbeck und Jorge Godoy hat mit seinem regnenden Kirchenschiff – übrigens ihr Début – einen besonderen Ort geschaffen: Kinder spielen in den kleinen Wasserbecken, Wasser tropft von den strahlenden Spitzen, die Sonne funkelt. „Die höhlenartige Topographie des Raumes wird aus Decken- und Bodenkörpern gebildet, die jeweils aus tausenden stalagtiten- und stalagmitenähnlichen Prismen bestehen, variierend in Konzentration und Länge. „Durch ihr Zusammenspiel spannen diese baldachinartige Räume auf“, erklären die Architekten ihre experimentelle Architektur. Ein Wassernetz befüllt die herabhängenden Stalagtiten. In immer wiederkehrenden Rhythmen soll sich das Wasser in den Prismen sammeln und in unterschiedlichen Intensitäten tropfen, nieseln oder regnen. Dass die Prismen gefrorenen Eiszapfen ähneln, unterstreicht die kühle, erfrischende Atmosphäre.

An diesem Wochenende findet in der Wasserkathedrale zum letzten Mal die Veranstaltungsreihe warm up statt; zum Abschluss findet am Samstag eine Musikperformance, die sich an das Tropfen der Kathedrale anlehnt, in dem temporären Pavillon statt. Ende Januar soll die Wasserkathedrale abgebaut werden – vielleicht wird sie ja an einem anderen heißen Ort wieder aufgebaut…

www.m100.cl

coming soon…

Schwarz vor buntem Hintergrund. Über Architektur und Sport, Ästhetik und Widersprüche und warum alle guten Geschichten im Auto beginnen – Interview mit Pieter Bannenberg, Walter van Dijk und Kamiel Klaaase von NL Architects bald im Crystal Talk

Kunst im öffentlichen Raum Basel


„Eine fünfzehnköpfige Jury hat am 31.Oktober 2011 dem Team Raumlaborberlin mit Matthias Rick, Markus Bader, Andrea Hofmann, Jeanette Kunsmann und Andreas Krauth den Siegerpreis  zugesprochen. Nach Meinung der Jury ist Raumlaborberlin der ideale Partner für eine nachhaltige Zusammenarbeit in der komplexen Entwicklung eines Konzepts, das unterschiedlichste Interessen, Anspruchshaltungen und Fragestellungen umfasst. Die langjährige Erfahrung des Teams im Umgang mit Kunst im öffentlichen Raum und ihre in verschiedenen Städten dokumentierte Methodenkompetenz, haben die Jury überzeugt. Auch der frische Aussenblick des Teams auf die Verhältnisse in der Stadt Basel wurde von der Jury besonders geschätzt. Internationale Kunst soll in einen fruchtbaren Dialog mit der lokalen Kunst treten und zur Stärkung der lokalen Kunst führen. Gegenüber unterschiedlichen Kunstformen besteht grosse Offenheit. “

Mehr

www.kunstkreditbasel.ch

Zweihundertfünfzig

Min to Max – Neue Definitionen für die „Wohnung für das Existenzminimum“

Rethinking Mies

„Rethinking Mies“ – Die Baunetzwoche zeichnet eine Collage zur Auseinandersetzung mit dem großen Architekten, der Weiterentwicklung verborgener Aspekte in seinem Werk und Parallelen zu anderen Kunstrichtungen: „Mies van der Rohe belongs to everyone!“

www.baunetz.de/woche

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