jtkn

Kategorie: Kultur

REDUCE REUSE RECYCLE

Bild

Reduce Reuse Recycle: Mit diesen drei Schlüsselbegriffen aus der Abfallwirtschaft hinterfragt der deutsche Pavillon auf der Architekturbiennale 2012 in Venedig den Umgang mit der vielschichtigen Ressource Architektur. Eine kluge und unverkrampfte Auseinandersetzung mit dem Baubestand fordert der Kurator Muck Petzet. „Der geringste Eingriff ist manchmal der beste“, so der Münchner Architekt. „Und gar keine Veränderung kann die allerbeste sein.“ Insgesamt 16 ausgewählte Projekte sollen diese provokative These belegen und mögliche Strategien, Wege und Positionen zeigen; fünf davon wurden nun auf der ersten Pressekonferenz vorgestellt. Ein Gespräch mit Muck Petzet über sein Konzept, die Wahrnehmung von Alltagsarchitektur und Missverständnisse der Denkmalpflege.

www.baunetz.de

Die Lehm-Moderne

Bisher fand Lehm in Architektenkreisen nur wenig Beachtung; dieses Image wandelt sich. Mit Hilfe moderner Technologien gibt es heute völlig neue Möglichkeiten für den Lehmbau. Die BAUNETZWOCHE zeigt Beispiele von Francis Kéré, Anna Heringer, Martin Rauch und dem Berliner Büro Ziegert Roswag Seiler. Ist Lehm der Baustoff der nächsten Moderne?

www.baunetz.de

Fun Palace im Rohzustand

Paris, 16. Arrondissement, rive droite: Seit dem ersten Januar sind sie geschlossen, die hohen Portale des neoklassizistischen Ausstellungsgebäudes Palais de Tokyo. Direkt neben dem Musée d’ Art Moderne de La Ville de Paris gehen die Sanierungs- und Erweiterungsmaßnahmen in die nächste Runde – Architekten sind wie schon beim Umbau von 2000/01 die Pariser Architekten Lacaton & Vassal. Ihre Vision: Aus dem Bau soll ein ganzes Zentrum für zeitgenössische Kunst werden; die übrigen Etagen, vom Keller bis unters Dach, sollen nach und nach als Ausstellungs- und Veranstaltungsräume genutzt werden – eine goldene Zukunft für das betongraue Zentrum für Gegenwartskunst, war doch das Budget schon vor elf Jahren zu knapp. Eine Herausforderung für die Architekten.

Ursprünglich von den Architekten Jean-Claude Dondel, André Aubert, Paul Viard und Marcel Dastague als monumentales Gebäude mit einem dreiseitigen Portikus errichtet, wurde das Museum 1937 im Rahmen der Pariser Weltausstellung eröffnet. Es folgte die bewegte Geschichte der nächsten Jahrzehnte, bis Ende der Neunziger der Westflügel zunächst in ein „Maison du cinéma“ verwandelt werden sollte. Als sich dieses Projekt zerschlug, beliefen sich allein schon die Entrümpelungsarbeiten auf 12,2 Millionen: Den Rohzustand vom Baubeginn 2001 haben die beiden Architekten bis heute bewahrt.

Mit ihrem Konzept für die Erweiterung des zeitgenössischen Kunsthauses beziehen sich Anne Lacaton und Jean-Phillippe Vassal auf die Vision des Fun Palace von Cédric Price: Alle Räume sollen offen sein, flexibel in ihrer  Nutzung – ein komplett vertikal organisiertes Gebäude mit Treppen, Aufzügen und Brücken. Die Architekten machen nicht den gesamten Bau zugänglich, sondern fokussieren sich auf bestimmte Räume – im Untergeschoss, Fragmente aus den oberen Etagen und direkt unter dem Dach. Dort findet sich ein besonderes Highlight: der ehemalige Kinosaal im dritten Obergeschoss.

Kombiniert mit den für ihre Projekte typischen Low-Budget-Maßnahmen wollen Lacaton & Vassal diese Veränderungen in den kommenden Jahren Schritt für Schritt umsetzen. Seit 2008 haben sie einen Prioritätenkatalog für alle Baumaßnahmen erarbeitet, am Ende soll das Palais de Tokyo mit 16.500 Quadratmeter Ausstellungsfläche eines der größten europäischen Zentren für zeitgenössische Kunst werden.

„Zwischen Ausstellungen, Konferenzen, vier Theatern und zwei Restaurants können die Besucher sechs bis sieben Stunden in diesen Wänden zu verbringen“, erzählt Jean de Loisy, der im Sommer letzten Jahres als neuer Direktor des Palais de Tokyo Marc Olivier Wahler ablöste und für 2012 ein ambitioniertes Programm auf den Tisch legt: Am 12. und 13. April werden zunächst die neuen 5.500 Quadratmeter Ausstellungsfläche das Palais de Tokyo mit einem 36-stündigen  Kunst-Marathon eröffnet. Eine Woche später,  ab dem 20. April, wird in den unverputzten Räumen mit den sichtbaren Lüftungsschächten dann die von Okwui Enwezor (Haus der Kunst München) kuratierte Triennale d’art contemporain zu sehen sein.

(erschienen am 13. Februar 2012 auf www.baunetz.de)

Kunst im öffentlichen Raum Basel


„Eine fünfzehnköpfige Jury hat am 31.Oktober 2011 dem Team Raumlaborberlin mit Matthias Rick, Markus Bader, Andrea Hofmann, Jeanette Kunsmann und Andreas Krauth den Siegerpreis  zugesprochen. Nach Meinung der Jury ist Raumlaborberlin der ideale Partner für eine nachhaltige Zusammenarbeit in der komplexen Entwicklung eines Konzepts, das unterschiedlichste Interessen, Anspruchshaltungen und Fragestellungen umfasst. Die langjährige Erfahrung des Teams im Umgang mit Kunst im öffentlichen Raum und ihre in verschiedenen Städten dokumentierte Methodenkompetenz, haben die Jury überzeugt. Auch der frische Aussenblick des Teams auf die Verhältnisse in der Stadt Basel wurde von der Jury besonders geschätzt. Internationale Kunst soll in einen fruchtbaren Dialog mit der lokalen Kunst treten und zur Stärkung der lokalen Kunst führen. Gegenüber unterschiedlichen Kunstformen besteht grosse Offenheit. “

Mehr

www.kunstkreditbasel.ch

Die Sonne

Nebel in Linz


Parkhäuser

Entgegen aller Klischees wird hier nur selten gemordet!
Die Baunetzwoche über Parkhäuser:

Parkhäuser dufteten lange nach Benzin und Abenteuer. Heute verschwindet das Auto zunehmend aus den Innenstädten und mit ihm diese in Verruf geratene Gebäudetypologie. Haben die einstigen Garagenpaläste mit ihrem Nutzen auch ihren Glamour verloren? Bei einem Streifzug durch die Architekturgeschichte der Großstadtgarage sind wir auf Lichtblicke gestoßen, darunter eine befahrbare Doppelhelix in Berlin, ein nacktes Parkhaus in Miami und ein computergesteuertes Tiefgaragenregal in Rotterdam.

Mehr



Bsonderen Dank an das PROJEKTBUERO .HENKELHIEDL!

Ai Weiwei Art Architecture

Ai Weiwei trifft Peter Zumthor: Das Kunsthaus Bregenz zeigt eine Ausstellung über das architektonische Werk des chinesischen Künstlers, eine Facette, die bisher eher im Schatten seiner künstlerischen Arbeiten stand.

www.baunetz.de

Auch hier:

www.geffkenmiyamoto.com

 

Chinesischer Käfig

Gestern Abend also endlich die Nachricht,  Ai Weiwei sei frei. Was zunächst noch als wage Vermutung im Netz kursierte, bestätigte sich mit dem ersten Interview und einem DPA-Foto. Ein kurzes Aufatmen, Freude, Erleichterung. Doch wie wird sich der Fall Ai Weiwei weiterentwickeln? Der chinesische Künstler ist schließlich längst mehr als einer der Regimekritiker der Volksrepublik  – nach achtzig Tagen Haft symbolisiert er alles, was gegen die Politik Chinas spricht, in einer Person, ja, er wird sogar auf Jutetaschen ikonisiert. Das Schicksal des Nobelpreisträgers Liu Xiaobo scheint dagegen längst vergessen.

Ai Weiwei wurde nun gegen Kaution frei gelassen. Er steht unter Hausarrest und darf nicht reden. Alle Vorwürfe der Steuerhinterziehung und Korruption habe er bestätigt und gestanden, deshalb durfte Ai nach Hause. Es ist eine äußerst prekäre Situation. Ai Weiwei  ist schon länger in einem chinesischen Käfig gefangen, aus dem es nur schwer einen Ausweg geben wird. Selbst wenn er eines Tages das Land verlassen darf, China wird niemals die Ausreise der gesamten Familie gestatten. Es ist ein tragisches Schicksal, dass wir nur von außen beobachten dürfen. Der Westen darf sich durch die plötzliche Freilassung nicht täuschen lassen – es ist erst der Anfang eines langen Kampfes gegen die Staatsapparatur der Volksrepublik. (Jeanette Kunsmann)

Venedig sehen und sterben…

 

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.