jtkn

Monat: September, 2010

Schicke Wohnungen mitten in der Natur und die schnelle Anbindung an das Stadtzentrum locken immer mehr Kopenhagener hinaus an den östlichen Stadtrand. Gestern wurde auf einem Presserundgang vor Ort der schon teilweise vermietete Wohnungsbau 8 Tallet genauer vorgestellt (siehe BauNetz-Meldung zur Fertigstellung vom 22. Juli 2010). Das Apartmenthaus von den dänischen Architekten der Bjarke Ingels Group markiert mit seiner beeindruckenden Größe und der eigenwilligen Form das gebaute Ende des Neubauviertels Ørestad (und somit wohl auch das gefühlte Ende der dänischen Hauptstadt). In Form einer abstrakten Acht wurde die rund 60.000 Quadratmeter große Wohnanlage mitten auf der grünen Wiese eines der riesigen Baufelder des neuen Viertels gebaut.

Neben den 500 neuen Apartments beinhaltet der terrassenförmige Neubaukomplex auch Flächen für Geschäfte und Büros sowie ein Restaurant und einen Kindergarten – Mischnutzung ist wie überall das neue Zauberwort. Und Kopenhagen boomt: Bjarke Ingels hat das 8 House – übrigens wie auch schon seine anderen Wohnanlagen dieser Größenordnung – für denselben Bauherrn geplant, umgerechnet 92 Millionen Euro hat der Neubau gekostet.

Wichtig war den Architekten neben der Vielfalt der Wohnungsgrundrisse vor allem die Inszenierung der Freiflächen, denn diese sind sowohl für Bewohner als auch für Besucher zugänglich. Ein breiter Weg führt parallel zu den Wohnungen in Form einer Acht an den Vorgärten vorbei. Die beiden Innenhöfe wurden eher formal als funktional gestaltet – sehen dafür in der Aufsicht aber auch sehr schön aus.

Auffallend ist jedoch vor allem die Aluminiumfassade, in der sich die Wolken so himmlisch spiegeln können. Die Materialwahl ist mit Sicherheit gut getroffen und ein gelungener Kontrast zu den typisch skandinavischen Holzverkleidungen. Doch wenn in einer Stadt wie Kopenhagen ein Wohnungsblock der Superlative eröffnet wird, sollten wenigstens die Details stimmen. Im Vergleich zu den liebevoll gestalteten Oberflächen der bekannten dänischen Designer-Riege sieht das 8 Tallet von Bjarke Ingels ganz schön vernachlässigt aus. „Hätte man der Kante denn nicht einen vernünftigen Abschluss geben können“, fragt der bayrische Kollege entsetzt und donnert hinterher, „dass sie so was in Deutschland nie genehmigen würden!“

Die ungeschliffenen Aluminiumprofile sollen doch noch bearbeitet werden, beruhigen die Architekten und wechseln schnell das Thema. „Nachhaltigkeit kann übrigens auch cool sein, wie man hier sieht“, erklären sie und lächeln. Kann. Qualität aber auch – doch die kostet eben ihren stolzen Preis – vor allem in Dänemark.

(erschienen in den BauNetz-Meldungen am 30. September 2010)


(Fotos: Jeanette Kunsmann, September 2010)

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Zehn neue Wahrheiten oder…

…was ich in der letzten Woche gelernt habe:

1. Anfassen lindert den Schmerz.

2. Böse Emails sofort nett und freundlich beantworten, am besten per Post und in Schreibschrift.

3. Sich zum Interviewtermin im Bademantel fotografieren zu lassen, so lässig ist nur Chilly Gonzales.

4. Der Sommer ist vorbei.

6. Leo-Prints sehen nur an Leoparden gut aus und an allen anderen billig.

7. Martini schmeckt doch ganz lecker, auch ohne Olive.

8. Dreistigkeit siegt.

9. Es gibt nur eine Sache, die besser ist als ausschlafen: sich umdrehen und weiterschlafen.

10. Das Ende der Woche ist immer zu kurz.

Inspired by Iceland

Während des Presserundgangs zu seiner Ausstellung im Berliner Martin-Gropius-Bau schwärmte Olafur Eliasson in den höchsten Tönen von seiner Heimat Island, einer Insel im Nordatlantik, die zu diesem Zeitpunkt dem europäischen Festland näher rückte, als es vielen lieb war. Wochenlang legte die Vulkanasche des Eyjafjallajökull im April den Flugverkehr in Nord- und Mitteleuropa lahm – mehr als 100.000 Flüge wurden gestrichen. Chaos, Krise, Katastrophe? Nein. Man arrangierte sich, reiste mit Auto und Zug oder blieb einfach ein paar Tage länger dort, wo man gerade war. Sogar unsere Bundeskanzlerin reiste gemütlich über die Autobahnen quer durch Europa. Hat Island uns am Ende mit dem Ascheflug auch etwas mehr Gelassenheit in den Alltag gebracht? Sollten wir uns das (geologisch gesehen) jüngste Land in Europa zum Vorbild nehmen? Wir haben uns von dem Land, in dem es mehr Schafe als Menschen gibt, inspirieren lassen und sind hingeflogen. (…)

(erschienen im BauNetz am 24. September 2010)

Heute im BauNetz

www.baunetz.de

Sie sucht Ihn



(gefunden in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 19. September 2010)

Suzie

Auf der Wiesn

260 Brillen, 200 Handys, zwei Krücken, eine Zahnprothese und ein Ehering (!) wurden letztes Jahr „auf der Wiesn“ gefunden – weiter gehts: morgen startet in München das 200. Oktoberfest…

Regentropfen

(Fotos: jtkn, Island, September 2010)

Island – sehen und sterben

Wer will jetzt schon nach Island? Der Sommer in Deutschland schenkt uns nur noch ein müdes Lächeln und es wäre eigentlich die perfekte Zeit, um nach Spanien, Portugal oder Süditalien zu reisen… Aber wer will schon nach Spanien?

In Island gibt es zwar aktuell nur noch vier Stunden Sonne am Tag, dafür kann man die Nordlichter am Himmel beobachten. Und schließlich hat die Vulkaninsel neben Reykjavík, Eyjafjallajökul, gutem Wodka und Lakritz mit Schokolade noch viel mehr zu bieten: flüsternde Gletscherzungen, Wasser spuckende Erdlöcher, Polarfüchse, Papageientaucher und Wale, etwa 30 weitere aktive Vulkane (deren Namen wir nicht kennen) und fast 318.000 Isländer.

In der isländischen Hauptstadt ist übrigens das neue Konzert- und Konferenzzentrum fast fertig. Die Isländer haben sich für den Neubau eine geballte Mischung internationaler Architekten und Designer auf ihre zauberhafte Insel geholt. Der Entwurf für das Harpa Reykjavik Concert Hall and Conference Center stammt von dem dänischen Büro Henning Larsen Architects (Kopenhagen), die Fassade wurde von dem Studio Olafur Eliasson (Berlin/Kopenhagen) konzipiert und die Akustik von den amerikanischen Ingenieuren Artec Consultants Inc (New York).

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