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Monat: Oktober, 2010

Kommando Schere!

(Collagen: Jeanette Colette, Oktober 2010)
www.flickr.com/photos/jeanette_k/

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The Other Volcano

Die französische Designerin Nelly Ben Hayoun und ihre explosive Installation zum London Design Festival.
Wundervoll!

www.nellyben.com

 

„Äh… was machst du da eigentlich?”

 

Zeichnung des schottischen Künstlers David Shrigley aus dem Buch „Äh … was machst du da eigentlich?: The Essential David Shrigley“, erschienen im Eichborn Verlag, Frankfurt am Main 2010

Gestern: Café d’amour

Gestern ein Café d’amour alleine zu Hause.
Danach kurz Sonne auf dem Balkon.
Boden gewienert, geschrubbt und poliert.

Dazu folgende Nachrichten aus dem Radio:
Hello: F. Steinmeier ist zurück.
Schade: Paul ist tot.
Protestzug: Stuttgart war heute zu Besuch in Berlin.
Achtung: Der Personalausweis wird ab nächsten Montag elektronisch. Und teurer.

Was macht eigentlich Jörg Kachelmann?

Pott-au-feu

Fotos: Jeanette Kunsmann, Oktober 2010

Betonkurve in Brixton

 

Über zwei Jahre lang mussten die Schüler in provisorischen Klassenräumen unterrichtet werden, nun hat die Evelyn Grace Academy im Süden der britischen Hauptstadt ein neues Schulgebäude. Am 13. September wurde der Neubau der Akademie fertig gestellt – eine eher untypische Bauaufgabe für jemanden wie Zaha Hadid, sollte man meinen, da sie doch sonst mit Museen in Dubai oder Asien ausgelastet zu sein scheint. Dazu steht dieser Bau auch noch in dem Londoner Problemstadtteil Brixton mit der europaweit höchsten Rate an Gewaltverbrechen.

Dieses Gymnasium, entwickelt mit den Ingenieuren von Arup und QS Davis Langdon, präsentiert sich in ihrer Nachbarschaft als offene, transparente und einladende Skulptur. Durch die Standortwahl zwischen zwei Wohngebieten ergibt sich die besondere Form, die der Schule eine unverwechselbare Identität stiften soll. Dabei erinnert die dynamische Linienführung im Grundriss wie auch an den Fassaden stark an vorige Projekte wie das MAXXI Museum (siehe BauNetz-Meldungen) in Rom oder das sich noch im Rohbauzustand befindende Glasgow Riverside Museum of Transport (siehe BauNetz-Meldung).

Das Gebäude mit 10.500 Quadratmetern ist für 1.200 Schüler ausgelegt. Der Schulkomplex teilt sich in vier Lerngebäude – schools-within-schools nennt sich diese neue pädagogische Prinzip in Großbritannien. Im Inneren treffen „fliegende Winkel“ auf rechteckige Formen. Scheint der Schulbau stellenweise ein nach den typischen Standards gerastertes Funktionsgebäude zu sein, brechen Hadids exotische Geometrien immer wieder mit diesem Image.

Besonderer Blickfang ist die 100 Meter lange, rot leuchtende Laufbahn, die beide Gebäude-Enden miteinander verbindet. Dicke weiße Linien bestimmen mit ihren Kurven die Außenflächen des Schulgeländes und betonen die Gebäudeform, die eine städtebauliche Lücke mit ihrer Umgebung neu verknoten soll.

Die neue Evelyn Grace Academy wird in London bereits als gelungener Beitrag zur aktuellen Schuldebatte bewertet: Bis fünf Uhr nachmittags werden die Schüler nun in dem Neubau aus Beton und Glas sein und lernen – jeden Tag. Sie sind, so wird berichtet, stolz auf ihre Schule, die eine berühmte Architektin entworfen hat. Dieselbe Frau, die in London auch das Schwimmzentrum für die Olympischen Spiele 2012 plant. Das weiß hier jedes Kind. (Jeanette Kunsmann)

(erschienen in den BauNetz-Meldungen am 19. Oktober 2010)

 

Fotos: Luke Hayes

Die Blume des Jahres

Ai Weiwei in der Tate Modern

Es klirrt und klimpert: Aus über 100 Millionen Porzellan-Sonnenblumenkerne besteht die graue, zehn Zentimeter hohe Fläche auf dem Boden der gewaltigen Turbinenhalle. „Sunflower Seeds”  heißt die neue Installation der Unilever-Serie in der Tate Modern, die heute eröffnet worden ist. Das Kunstwerk stammt – zufällig zum Drama des aktuellen Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo passend – von dem chinesischen Künstler und Regimekritiker Ai Weiwei.

Eine aufwendige Arbeit, denn jeder der Sonnenblumenkerne wurden einzeln gebrannt, handbemalt und erneut gebrannt. Zwei Jahre lang haben über 600 Kunstarbeiter in der chinesischen Porzellan-Stadt Jingdezhen an dem Kunstwerk gearbeitet.

Sonnenblumenkerne sind für viele Chinesen eines der wichtigsten Nahrungsmittel. Zugleich verkörpern die Kerne das chinesische Volk, ist doch ein jeder als Sonnenblume treu und ergeben im Licht der Sonne Maos gewachsen. Die Produktion der künstlichen Kerne ist ein symbolischer Akt. Jede der individuell geformten Porzellanhülsen soll das Potential des individuellen Ausdrucks in der grauen Masse unterstreichen. Jeden Abend muss das durch die Besucher zerwühlte Feld wieder geharkt und in Form gebracht werden, die Spuren der Besucher beseitigt werden. Ähnlich wie das chinesische Regime Spuren im Internet sperrt oder löscht.

Auch der Blog von Ai Weiwei ist gerade nicht verfügbar. „Der freie Geist ist unbezahlbar, er ist eine der Voraussetzungen für das Glück eines Menschen“ lautete ein Kommentar des Künstlers zur Situation der Internetfreiheit in China. Die 150 Tonnen Porzellan sollen übrigens am Ende der Ausstellung zurück nach China transportiert werden.

(Alle Fotos: David Levene)

Die Installation ist noch bis zum 2. Mai 2011 zu sehen.

www.tate.org.uk/modern

Gefunden

Es gibt vielleicht doch  einen achten Harry Potter Band.

Ein Kunstherz ist nur vier Zentimeter lang.

Jonathan Franzen wurde in London bei einer Lesung die Brille von der Nase gestohlen.

Den Koran gibt es in blau für Jungs, in rosa für Mädchen.

Alle wissen, wer den diesjährigen Friedensnobelpreis bekommen hat, nur der Preisträger selbst nicht. Liu Xiaobo sitzt im Gefängnis.

Die drei Karpfen dürfen für die Woyzeck-Inszenierung am Theater Konstanz auf die Bühne. Der Einsatz der Tiere sei keine gewerbsmäßige Zurschaustellung. Aha!

Island wird 2011 das Gastland auf der Frankfurter Buchmesse sein.

Es gibt nur einen Mesut Özil.

Der Bücherherbst 2010

Es ist Buchmesse in Frankfurt – eine gute Gelegenheit für uns, wärmste Empfehlungen für den Bücherherbst zu geben. Es geht um Rasterbilder, die Kunstinsel Naoshima und die spanische Museumslandschaft, außerdem die facettenreiche Geschichte der Fertighäuser, neue Bildbände von Iwan Baan und Walter Niedermayr, aber auch einen Film über die unerträgliche Leichtigkeit des Architektendaseins.

Download der Baunetzwoche#194 „Der Bücherherbst 2010”

(erschienen im BauNetz am 8. Oktober 2010)