jtkn

Monat: Februar, 2011

realities:united featuring

Featuring ist ja eigentlich eine Methode aus der Musikindustrie. Hier werden Songs von anderen Künstlern „gefeatured“, im Duett gesungen oder verschiedene Genres kombiniert. Die Brüder Jan und Tim Edler gehören zu den Architekten, die dieses Prinzip in der Architektur etabliert haben. Mit ihrem Büro realities:united haben sie seit 2000 zahlreiche Projekte in Zusammenarbeit mit anderen Architekten und Künstler realisiert, darunter sind Namen wie Peter Cook, Coop Himmelb(l)au, Bjarke Ingels, EM2N und Norman Foster. Dabei arbeiten sie an der Schnittstelle zwischen Kunst und Architektur, zwischen Experiment und technischer Realisierung.

Nun haben die Brüder nach über zehn Jahren in der Praxis endlich ihr erstes Buch veröffentlicht. In zartes Rosa gehüllt, findet die Publikation jedoch einen unerwartet neuen Ansatz einer Architektenmonographie: Über 60 Statements von Projektpartnern, Kritikern, Freunden sowie anderen Künstlern, Architekten und Kuratoren beurteilen die Arbeiten von realities:united auf den ebenfalls in rosa eingebundenen Seiten – dazwischen die Hochglanzbilder und Projekttexte, die doch den eigentlichen Hauptteil ausmachen.

Dabei variieren die hier zu Wort gekommenen Stimmen nicht nur in ihrer Länge, sondern auch inhaltlich: ein knappes und kurzes „Sexy“ von Lukas Feireiss, Jackie Chans filmreifen Satz „I saw your Video“ oder die vierseitige Besprechung von Stephen Kovats über „Real(u)rban Implosions“. Manche sind sogar fast Kunst, wie der Beitrag Arno Brandlhubers, der nur aus großen und kleinen Os besteht, während der chinesische Architekt QuingYun Ma sein fragendes Statement in Form von drei Kurznachrichten schickte: „ (….) who controls reality. By what and how can realities be united?“ Allein die Worte von Peter Cook stehen in großen Lettern auf der letzten Seite: „What more could you ask for?“ (Jeanette Kunsmann)



(erschienen in den BauNetz-Meldungen am 28. Februar 2011)

Advertisements

Vorher – Nachher

Wiel Arets – STILLS


mehr…

Authentizität

Besonders aufregend klingt der Begriff Authentizität zunächst nicht. Doch denkt man an Debatten wie etwa um das Plagiat in der Literatur, um die Urheberschaft in der Kunst oder jene um die Rekonstruktion in der Architektur, so bekommt das Thema plötzlich Brisanz. Was ist heute noch authentisch? Wer entscheidet, was authentisch ist, sein darf und kann? Und wer fordert eigentlich diese absolute wahre Echtheit? Das Fachgebiet Architekturtheorie am Karlsruher Institut für Technologie KIT hat der Authentizität mit dem Untertitel „Sehnsucht nach der Wahrhaftigkeit in der Architektur“ ein ganztägiges Symposium gewidmet. Ein Tag, ein Wort? Das wiederum klang für uns so spannend, dass wir nicht lange zögerten und nach Karlsruhe fuhren – auf der Suche nach der wahren Architektur.

Wer schon einmal in Braunschweig an der Schlossfassade gekratzt hat, weiß, was mit großer Sicherheit nicht authentisch ist. Hinter dünnen Natursteinplatten, grauem Putz und Fassadendämmsystemen verbirgt sich alles andere als ein klassizistisches Schloss, sondern ein 30.000 Quadratmeter großes Einkaufsparadies. Im Sinne der Frage nach Echtheit und Wahrheit ist diese wie auch andere Rekonstruktionen, das heißt wiederhergestellte Bauwerke, nicht authentisch –  und vielleicht aus diesem Grund auch für viele nicht ästhetisch. Es ist ein Stück Kulissenarchitektur – kein Denkmal, sondern schlicht Attrappe.

Mehr

– – –
Ich werde zitiert:

„ (…) Auf diese Debatte geht die Baunetzwoche vom 18. Februar ein. Sie berichtet über ein Symposion in Karlsruhe zum Thema „Authentizität – Sehnsucht nach der Wahrhaftigkeit in der Architektur”: „Authentizität ist unter Denkmalpflegern nämlich längst eine Art Modewort, soviel muss man wissen. Architekten bringt der Begriff immer noch leicht ins Stottern”, resümiert die Baunetzwoche-Autorin Jeanette Kunsmann. Sie kommt zu dem Schluß: „Authentizität ist ein Prozess. Der Autor, in diesem Fall der Architekt, spielt dabei eine zentrale Rolle. Und es liegt nun mal in der Natur des Architekten, Neues zu schaffen – das ist authentisch.” Den Bericht ergänzen sehenswerte Projekte des Architekturbüros Hild und K.”

www.cultworx.com

18/02/2011

Wünschen hilft

An den moderen Vegetarier

10/02/2011

Es ist Donnerstag/ Pinar Selek ist frei gesprochen/ Barak Obama ist seit einem Jahr Nichtraucher/ Alice Schwarzer verweigert im Kachelmann-Prozess die Aussage/ Berlusconi soll wegen einer Sexaffäre vor Gericht/ Axel Weber verlässt die Bundesbank/ usw

kleineLESESTUNDE

Am Mittwoch Abend im Hotel:
„Eine von vielen Möglichkeiten, dem Tiger ins Auge zu sehen“
Die Kurzgeschichten von Bernd Lichtenberg
gelesen von Florian Kleine & Daniel Sellier

DasHotel