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Monat: Mai, 2011

Bühnen Bilder Bauten

Theaterwelten sind Kunstwelten. Hier wird gekämpft, geliebt, getobt und gestorben – hier ist (fast) alles möglich. Der Raum, in dem all das passiert, ist die Bühne: eine Spielfläche bestehend aus Rückwand, zwei Seitenwänden, dem Schnürboden und der unsichtbaren vierten Wand – ein auf den ersten Blick sehr begrenzter Raum.

Die klassische Guckkastenbühne wird erst durch Bühnenbild, Licht und Schauspiel lebendig. Wie man diese so inszeniert, dass sie die Schauspieler nicht erdrückt, sondern – im Gegenteil – wandelbare Welten schafft, in die Schauspieler eintauchen und so den Zuschauer mit auf eine Reise nehmen, das ist die hohe Kunst des Bühnenbildners.

Bevor im Juli die Theaterferien beginnen, widmen wir uns einigen aktuellen Inszenierungen mitsamt ihren Bühnenbildern, darunter Robert Wilsons geometrisch zarte „Lulu“, zwei wilde Stücke von René Pollesch und Bernd Neumann, die aktuelle Inszenierung von Michael Thalheimer und Olaf Altmann sowie ein aufwendiges Bühnenbild aus Kanada für eine Tanzchoreographie. Vorhang auf!

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Poissons

There is only ONE Kate in London!

Material und Fetisch

Wenn die Sonne aufgeht in Berlin, steuert die Party im Berghain gerade mal ihrem Höhepunkt entgegen. In dem weltberühmten Techno-Tempel zwischen Kreuzberg und Friedrichshain wird die Nacht zum Tag und der Tag zur Nacht. Für Außenstehende bleibt die Welt hinter der imposanten Fassade des einstigen Kraftwerks ein Geheimnis, hermetisch abgeschirmt von dicken Mauern, Zäunen und Stacheldraht. Wir haben mit den
Haus- und Hof-Architekten des Berghain gesprochen, Karhard Architektur + Design, die neben dem Berghain auch andere Clubs, Restaurants, Friseursalons, Wohnungen und Möbel auf ihrer Projektliste haben.

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Rocco und seine Brüder

Allein der Anfang ist grandios! Überraschend beginnt die Geschichte „Rocco und seine Brüder“ mit einem Stummfilmtheater, das die Zuschauer mit genialen Details und Witz verzaubert. Da werden Grimassen gezogen, Mäntelröcke fliegen im Wind,  Untertitel herbei geschnippt und Konfettischnee wirbelt über die Bühne. Weniger ist mehr. Man wünscht sich, es würde so weitergehen. Doch dann der gezielt inszenierte Bruch: Der Auftritt des Mädchens Nadja bringt Farbe und Ton auf die Bühne und einen Bruch in die aus dem Süden nach Mailand immigrierte Familie. Stehen zu Beginn Armut und Not im Vordergrund, folgen die großen Themen Macht, Liebe, Eifersucht und Tod. Die Brüder bleiben Brüder, doch ist das Blut, das sie verbindet, nicht immer dick genug. Aus Brüdern werden Feinde. Eine dramatische Migrationsgeschichte voller Höhen und Tiefen, die Antú Romero Nunes frei nach dem gleichnamigen Film von Luchino Visconti am Maxim Gorki Theater inszeniert hat. Das Stück ist aktueller, als wir denken. (jk)

Rocco und seine Brüder
nach dem Film von Luchino Visconti
Regie: Antú Romero Nunes, Bühne: Florian Lösche, Kostüme: Judith Hepting, Musik: Johannes Hofmann,
Dramaturgie: Carmen Wolfram
Mit: Anne Müller, Michael Klammer, Matti Krause, Robert Kuchenbuch, Andreas Leupold, Albrecht Abraham Schuch

Fotos: Bettina Stöß