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Monat: Mai, 2012

REDUCE REUSE RECYCLE

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Reduce Reuse Recycle: Mit diesen drei Schlüsselbegriffen aus der Abfallwirtschaft hinterfragt der deutsche Pavillon auf der Architekturbiennale 2012 in Venedig den Umgang mit der vielschichtigen Ressource Architektur. Eine kluge und unverkrampfte Auseinandersetzung mit dem Baubestand fordert der Kurator Muck Petzet. „Der geringste Eingriff ist manchmal der beste“, so der Münchner Architekt. „Und gar keine Veränderung kann die allerbeste sein.“ Insgesamt 16 ausgewählte Projekte sollen diese provokative These belegen und mögliche Strategien, Wege und Positionen zeigen; fünf davon wurden nun auf der ersten Pressekonferenz vorgestellt. Ein Gespräch mit Muck Petzet über sein Konzept, die Wahrnehmung von Alltagsarchitektur und Missverständnisse der Denkmalpflege.

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MACHEN!

Nachhaltiges Bauen ist mehr als Solarpaneele auf dem Dach oder eine Wärmepumpe im Keller. Um neue Konzepte für eine nachhaltige Architektur und Stadtentwicklung zu finden, müssen Architekten mehr leisten, als auf bewährte Systeme und geprüfte Tabellen zurückzugreifen. Nachhaltigkeit ist eine große Unbekannte, die stets aufs Neue erforscht werden will­ – ein Lernprozess. Wie aber kann man Nachhaltigkeit sinnvoll entwerfen?

In diesem Buch werden sechs Projekte vorgestellt, die genau aus diesem Grund ausgezeichnet wurden. Francis Kéré, realities:united, das Team von Anna Heringer, Martin Rauch, Nägele Waibel Architekten zusammen mit Salima Naji sowie die Büros Ziegert Roswag Seiler, Sauerbruch Hutton und Barkow Leibinger entwickeln nachhaltige Gebäude und urbane Interventionen aus einem konzeptionellen Ansatz. Nachhaltiges Bauen ist für sie kein bloßes Sahnehäubchen, sondern ein elementares Gestaltungsmerkmal von Architektur. Ein Gymnasium für 1.200 Schüler in Burkina Faso und ein Zentrum für nachhaltiges Bauen in Marokko aus Lehm, eine zweigeschossige Schule in Pakistan, die sich aus einem Lehmkorpus und einer leichten Bambuskonstruktion zusammensetzt, das „Smart Material House“ aus Infraleichtbeton in Hamburg, das wie ein Kartenhaus aus Beton gebaut werden soll, ein 26 Meter hohes Wohn- und Büroensemble aus Holz in Helsinkis Stadtquartier „Low2No“ und das 750 Meter lange Flussbad in der Berliner Spree: Alle Entwürfe und Ideen zeichnen sich zum einen in der Erforschung neuer Materialien, Bautechniken und Typologien, und zum anderen durch die Wiederaufbereitung traditioneller und lokaler Bauweisen, die im Zuge der Modernisierung verloren gegangen sind, aus. Nicht zu vergessen: die sozialen Prozesse, die auf diversen Ebenen in den Projekten integriert wurden.

Die Publikation zeigt die Besonderheiten der einzelnen Projekte, stellt ihre Planungen sowie technische Lösungen im Detail vor und beschreibt die jeweiligen Hintergründe und Entstehungsprozesse. Während Frank Barkow und Regine Leibinger einen Investor für das „Smart Material House“ suchen, Anna Heringer und Martin Rauch mit den Bauherrn in Marokko verhandeln, werden in Burkina Faso schon die ersten Lehmwände des Collége de Gando gegossen. Und scheinen sie teilweise extrem verschieden, eines haben alle Projekte gemeinsam: Es sind kleine Maßnahmen mit großer Wirkung – Nachhaltigkeit muss schließlich einfach sein. Auf beispielhafte Weise erfüllen die sechs vorgestellten Projekte die „target issues for sustainable construction“, die Bewertungskriterien der Holcim Awards in fünf internationalen Regionen, und zeigen Möglichkeiten, wie man nachhaltige Architektur entwerfen kann. Dafür wurden sie von der Holcim Foundation for Sustainable Construction ausgezeichnet. Sie gehören gemacht! (Jeanette Kunsmann)

Machen! – Die Deutschen Gewinner der Holcim Awards 2011/2012
Holcim Foundation for Sustainable Construction, Berlin/Zürich 2012
Texte: Jeanette Kunsmann, Ilka & Andreas Ruby, Ruby Press, Berlin
Layout: Belgrad, Berlin
Paperback, 96 Seiten, 30cm x 24 cm, deutsch, USD 28.00