jtkn

Monat: Juni, 2012

MACHEN!

Die Ausstellung zum Buch!
13. Juli bis 26. August 2012
Aedes Am Pfefferberg, Christinenstraße 18-19, 10119 Berlin

www.aedes-arc.de

www.ruby-press.com/books/machen

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documenta: Pavillons im Park

Fotos: Jeanette Kunsmann, Kassel Juni 2012

Ai Weiwei: Never Sorry

Es gibt Katzen, die Türen öffnen. Sie lauern direkt vor der geschlossenen Tür, fixieren die Klinke, springen kurz wie ein Artist in die Höhe, und innerhalb von Sekunden ist die Tür auf und der Weg frei. Allein im Pekinger Atelier von Ai Weiwei leben über
40 Katzen, nur eine von ihnen kann jedoch Türen öffnen. „Der größte Unterschied zwischen Menschen und Katzen ist, dass Katzen zwar Türen öffnen, sie aber nicht schließen können“, philosophiert der chinesische Künstler und lächelt in die Kamera. Er spricht gerne in Metaphern. Die Tür, die Ai Weiwei aufgestoßen hat, wird sich vermutlich nie wieder schließen lassen.

 

Sou Fujimoto: Futurospektive Architektur

documenta: 100 Tage Kunst

„Art ist for the moment, architecture is for staying“, hat Toyo Ito einmal gesagt. Ist Kunst wirklich für den Augenblick? Seit Samstag stellt die documenta für 100 Tage eine ganze Stadt auf den Kopf. Alle fünf Jahre wird Kassel aus dem Dornröschenschlaf wachgeküsst und in einen der größten Schauplätze zeitgenössischer Kunst verwandelt. Abseits großformatiger Leinwände sind in Kassel künstliche Hügel, spielende Hunde und tanzende Motoren, verpuppte Schmetterlinge, jede Menge Wandteppiche und unzählige Videoinstallationen zu bestaunen. In der Karlsaue formen dekonstruierte Galgen eine Art Klettergerüst, außerdem verstecken sich mehr als 30 kleine Gebäudeskulpturen im Park. Es gibt viel zu entdecken, auch der japanische Architekt Toyo Ito zeigt ein Projekt im Rahmen der großen Kunstschau. Notizen aus Kassel, dem Olymp der Kunst. (jk)

www.baunetz.de/woche

 

documenta-Fieber: Die totale Überforderung als Herausforderung

Horizon Field Hamburg

Nur acht Stahlseile halten die 1.250 Quadratmeter große Plattform – gerade mal acht dünne Stahlseile! Nackte oder bunt besockte Füße steigen die Treppen hinauf und laufen vorsichtig über den schwebenden, dunkel glänzenden Boden, der bei jeder Bewegung ein bisschen mitschwingt. Manch Einer schaut etwas unsicher, Andere huüpfen, springen und tanzen, obwohl das ja eigentlich verboten ist. Aber was ist hier los? Ein fliegender Teppich, eine schwebende Bühne, ein Trampolin in luftiger Höhe? Ist das Kunst oder hat es nicht eher den Charakter einer Hüpfburg? Andererseits wird die Plattform erst durch die vielen Menschen belebt und dadurch überhaupt interessant. Die spiegelnde Oberfläche ist wie ein klarer See und es scheint, als würde man selbst über das Wasser schweben…

Hinter dem Spektakel in der Nordhalle der Deichtorhallen steckt der britische Künstler Antony Gormley. Er hat hier Ende April sein Horizon Field Hamburg installieren lassen und sorgt damit in der Hansestadt für große Begeisterung. Siebeneinhalb Meter über dem Boden pendelt die 25 x 50 Meter große und 70 Tonnen schwere Plattform von der Dachkonstruktion und schwebt in der Deichtorhalle. Die Kunstinstallation will die Wahrnehmung des Gehens, Fühlens, Hörens und Sehens umorientieren und neu verbinden, heißt es in der Ankündigung. Tut sie auch. Der Künstler sieht sein Horizon Field als ein „waagerecht im Raum aufgespanntes Gemälde“, auf dem „die Besucher zu Figuren auf einem freischwebenden und nicht definierten Grund werden“. Gormley beschäftigt sich schon lange mit dem Verhältnis des menschlichen Körpers zum Raum, seit 40 Jahren arbeitet er in seiner Kunst an diesem Thema.

Die Planung des fliegenden Kunstwerks in Hamburg hat fast zwei Jahre gedauert, Gormley hat es gemeinsam mit den Stuttgarter Ingenieuren Schlaich Bergermann und Partner entwickelt und realisiert. Das Haupttragwerk besteht aus Stahlträgern, gestützt durch Seilunterspannungen, den Fußbodenaufbau bildet die mit Polyurethan-Gießharz beschichtete Holzkonstruktion. Und: Ja, es sind wirklich nur acht Stahlseile – aber es hält! (jtkn)

Erschienen  in der Baunetzwoche#272

Das „Horizon Field Hamburg“ schwebt noch bis zum 9. September 2012 in den Deichtorhallen Hamburg. Am 2. Juni 2012 ist die Installation bis 2 Uhr nachts geöffnet. Der Eintritt ist frei, Kinder sind erwünscht.

www.deichtorhallen.de
www.horizonfieldhamburg.com