James Bond in Maastricht

House V

Die Einen sammeln Bücher, Porzellan oder Kunst, Andere sammeln Autos. In Maastricht hat Wiel Arets nun ein Haus für ein Paar gebaut, das als Oldtimer-Sammler mit diesem Hobby unter einem Dach wohnen wollte.

Das „V-House“ fügt sich inmitten der mittelalterlichen Struktur der Unistadt als Hülle zwischen den benachbarten historischen Bestandsbauten ein – ein dreieckiger Schnitt in der Frontfassade des gläsernen Neubaus verbindet das Schrägdach des eingeschossigen Nachbarhauses mit dem zweigeschossigen Bau auf der anderen Seite.

Um das private Wohnhaus auf dem schmalen, langgezogenen Grundstück zu belichten, haben die Architekten Hohlräume in den 530 Quadratmeter großen Baukörper geschnitten. Das Erdgeschoss ist sowohl zur Straßen- als auch zur Rückseite geöffnet; ein überdachter Teil dieses Außenraums dient als Außenparkgarage für Aston Martin und Co. Zwei übergroße Glas-Schiebetüren dienen als Eingang. Dieser lässt sich nur per iPhone öffnen und schließen, um bequem mit dem Auto in das Haus zu fahren.

Die Erschließung erfolgt über zwei Wegsysteme. Eine „langsame“ Treppe führt vom Erdgeschoss in den weitläufigen Wohnbereich, der mit Küche und Essbereich über eine kleine Rampe verbunden ist. Ein „schnelles“ Treppenhaus führt als vertikaler Schacht über die gesamte Höhe des Hauses hinauf bis zur Dachterrasse.

Der Betonkern wirkt rau und unwohnlich, sorgt jedoch als Wärmespeicher für die Gebäudeheizung und -kühlung. Und auch sonst überrascht die Wohngarage in Maastricht noch mit ein paar ungewöhnlichen Details: Die einteilige, maßgeschneiderte Küche wurde in Edelstahl gefertigt und ist mit dem 3,50 Meter langen Esstisch verbunden. Dass sich dann auch noch das Bett per Knopfdruck im Boden versenken lässt, erinnert stark an die Filmsets von Ken Adam – James Bond würde sich im V-House wohlfühlen.

(Jeanette Kunsmann; erschienen in den BauNetz-Meldungen am 10. Dezember 2013)

Fotos: Jan Bitter

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