jtkn

Kategorie: Design

Ich bin eine Kita

Bildschirmfoto 2013-09-10 um 20.54.22

Ein schwimmender Kindergarten in Köln, eine japanische Tagesstätte in Erdnussform, die bunten Lernlandschaften der Baupiloten oder das schwarze Kita-Gebäude von Adolf Krischanitz in Wien: Bei kaum einem Bauvorhaben wird so viel diskutiert wie bei Kindergärten und Tagesstätten – und bei kaum einer Bauaufgabe können Architekten so viel falsch machen. Zu bunt, zu karg, zu gestylt: Was ist denn ein kindgerechter Raum? Ich bin eine Kita: Wir zeigen Beispiele aus Antwerpen, Peking und Zürich.

Mehr in der Baunetzwoche#331 Ich bin eine Kita

Bildschirmfoto 2013-09-10 um 20.54.55

Bildschirmfoto 2013-09-10 um 20.55.06

Bildschirmfoto 2013-09-10 um 20.55.16

Advertisements

Drei Wochen im Jahr

940-Galerie

Wer wohnt denn hier? Seit diesem Sommer steht am Rotsee im Schweizer Kanton Luzern ein heller Holzkubus im Wasser – kein Wochenendhaus, sondern der neue Zielturm einer berühmten Regattastrecke: Seit 1903 wird am Rotsee international um die Wette gerudert. Die Zürcher Architekten Fuhrimann Hächler haben für die sommerlichen Wettkämpfe eine markante Skulptur in die Seenlandschaft gesetzt. Drei Wochen im Jahr wird hier entschieden, wer als Erstes im Ziel ist.

Gut 2,5 Kilometer lang, 250 Meter breit und durch die umgebenden Hügel windgeschützt: Der Rotsee in der Luzerner Naturlandschaft ist die ideale Regattastrecke. Jeden Sommer treffen hier für drei Wochen Teams aus aller Welt ein – die Rotsee-Regatta gilt als das „Wimbledon“ des Rudersports. Schön ist es hier. Wegen dem mit Seerosen bewachsenen Ufer wird der Ort auch Göttersee genannt.

Pünktlich für die diesjährige Regatta wurde Anfang Juli der neue Zielturm von den Zürcher Architekten und ETH-Dozenten Andreas Fuhrimann und Gabrielle Hächler mit einem ersten Rudersprint eingeweiht. Zehn Meter stapeln sich über dem Wasser drei Volumen in die Höhe – die Architekten sprechen von einem „vertikalen Akzent auf der langgestreckten Seefläche“. Dass der neue Turm für den Verein Naturarena Rotsee voluminöser ist als sein Vorgängerbau aus dem Jahr 1962, liegt an den heutigen Anforderungen. Nicht nur die Schiedsrichter und Eventregie-Speaker sitzen hier, es gibt einen Konferenzraum, ein Büro und Toiletten. 123 Quadratmeter misst der Neubau. Durch subtile „Verrückungen“, die sich aus dem geforderten Raumprogramm ergaben, erhalten die drei gestapelten Raumeinheiten eine gewisse Fragilität und Feinheit, erklären die Architekten.

Geheimniskasten auf dem Göttersee

Wenn auf dem Rotsee nicht gerudert wird, zeigt sich der Turm als verschlossene Skulptur. Der hybridartige Charakter sowie die Metamorphose, die das Gebäude jährlich durchläuft, waren für die Planer eine ungewöhnliche Herausforderung. Den Spagat zwischen einem permanenten Neubau von langer Dauer, der jedoch nicht mal einen Monat im Jahr genutzt wird, haben die Architekten über die Materialität gelöst. „Himitsu Bako“, japanisch für „Geheimniskasten“,  nennen sie ihre Holzkonstruktion, die durch die reduzierten Baumaterialien vielleicht auch als temporäre Installation verstanden werden könnte.

weiter lesen bei www.designlines.de

Text: Jeanette Kunsmann, Foto: Valentin Jeck, Uerikon

In den Ferien zuhause

Eine italienische Architektin baut in Spanien ein Wohnhaus für eine deutsche Designerin. Klingt nach einer guten Geschichte – ein Besuch in Barcelonas Vorstadt.64189717_c05396668e

Jeder große Architekt hat einen Stuhl oder eine Lampe entworfen – jeder namhafte Designer schon mal ein Haus gebaut. Die Grenzen zwischen Kunst, Design und Architektur verschwimmen zunehmend – ob aus Mut, Größenwahn oder Langeweile.

In Sant Cugat del Vallès, einer kleinen Stadt westlich von Barcelona, hat eine Designerin für sich und ihre Familie ein Wohnhaus gebaut. Jeannette Altherr wollte ihr neues Zuhause nicht selbst entwerfen, aber sie wollte mitbestimmen – der Neubau ist zusammen mit der italienischen Architektin Enrica Mosciaro entstanden. Trotz eines ähnlichen ästhetischen Verständnisses mussten sich beide auf fremdes Terrain wagen. Die Architektin plant in Zentimetern, die Designerin denkt in Millimetern: Das Projekt ist ihr gemeinsames Baby geworden.

Ebenso wie Interior-Design nicht nur eine hübsche Ansammlung teurer Möbelklassiker ist, ist ein Haus mehr als die Summe seiner Einzelteile. Wenn es die Aufgabe des Designs ist, das Wesen der Dinge zu erforschen, welche Rolle spielt die Architektur? „Jedem Entwurf für ein privates Wohnhaus gehen lange Gesprächssitzungen voran“, erzählt Enrica Mosciaro. „Zunächst muss man als Architekt schließlich herausfinden, was jeder einzelne wirklich will und braucht und es von dem trennen, was er meint, sich wünschen zu müssen.“ Architektur wird Psychoanalyse, das Haus ein gebautes Familienportrait.


Mehr unter: www.baunetz.de

und der Hausbaus aus Sicht der Designerin auf www.designlines.de

Bildschirmfoto 2013-08-09 um 15.03.00

Bildschirmfoto 2013-08-09 um 15.03.19

Bildschirmfoto 2013-08-09 um 15.03.25

Bildschirmfoto 2013-08-09 um 15.03.33

Bildschirmfoto 2013-08-09 um 15.03.43

Fragile Stadtgesichter – Matthew Pictons Paper Cities

61053109_d4d5b9d838

Matthew Picton baut Papierstädte. Seine Modelle stellen jedoch nicht irgendwelche Städte dar, sondern vor allem solche, die einmal durch eine Katastrophe wie Überschwemmungen, Erdbeben oder Feuer verwüstet wurden. Den britischen Künstler fasziniert die Veränderung, die Verwandlung und vor allem: der Akt der Zerstörung. Abstrakt und dennoch akkurat gearbeitet, zeigen seine Modelle London im Jahr 1666, San Francisco 1936 und Dresden 1945 ­– ein Vorher und Nachher in Form fragiler Skulpturen, die Zeitgeschichte erzählen. Es sind bekannte Stadtgesichter; der Wiedererkennungseffekt ist dem englischen Künstler bei seiner Serie Papier Cities ebenso wichtig wie die Geschichte dahinter.

Matthew Picton liebt Landkarten. Schon in seinen füheren Arbeiten hat er sich intensiv mit Karten und Stadtgrundrissen beschäftigt. Doch bei seinen dreidimensionalen Linienzeichnungen fehlte ihm immer eine passende Darstellungsform für den Raum zwischen den bebauten Grundstücken. Er hatte vieles ausprobiert. „Papier funktioniert perfekt, um diesen Zwischenraum zu formen und zu gestalten“, sagt Picton. „Es ist ein wunderbar flexibles Medium, mit dem man auch gut Texte und Bilder einbinden kann. Der einzige Nachteil von Papier ist seine Fragilität. Deshalb stelle ich mit viel Aufwand kleine Unterkonstruktionen her und verwende speziellen Klebstoff sowie Tinte und Papier, die nicht ausbleichen.“ (…)

Mehr unter www.designlines.de/feel

Special zum Thema Papier auf www.designlines.de

61053159_1e9838bdd0

61053163_317858c92c

My … is better than yours! Der Streit um die Wortmarke Bauhaus: New Tendency

868vYhBgU8V_Vg_Nf5vRvbeY9J39mawIaMftCCgdJVw,jskUUVB_7On-HOWCXLgxmOgUvTeJmfC4hahO7nm15z8

Man weiß nicht, ob man Angst bekommen oder lachen soll. „In 50 oder 100 Jahren wird niemand mehr den Unterschied zwischen der historischen Schule von Gropius und dem Baumarkt wissen“, so das Statement von Robert Köhler, Pressesprecher der Bauhaus AG, Anfang Januar. „Vielleicht in Deutschland, aber nicht in anderen Ländern.“ Es geht um das Bauhaus. Heinz Georg Baus, Gründer der gleichnamigen Baumarktkette nutzte 1960 die Gunst der Stunde und ließ die Marke Bauhaus schützen; heute ist sein Bauhaus die zweitgrößte Baumarktkette Deutschlands. Der Skandal entfachte zu Jahresbeginn eine Debatte über die Wortmarke „Bauhaus“, Zündstoff dazu lieferte ein Artikel im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung. „Wem gehört das Bauhaus“ fragte Journalist Markus Zehentbauer und portraitierte auf kluge Weise die Geschichte der Weimarer Gruppe „My Bauhaus is better than yours“.

Seit Herbst 2012 gibt es das Unternehmen „My Bauhaus is better than yours“ nicht mehr – oder halt, es gibt es doch noch, aber dazu später mehr. Das offene Netzwerk hat sich 2009 aus einer Freundschaft heraus entwickelt und sich als Studenteninitiative der Bauhaus-Universität Weimar mit der Gruppenausstellung „My Bauhaus is better than yours“ auf der Mailänder Möbelmesse etabliert. Dieses arbeitet an den Schnittstellen zwischen konzeptionellem Möbel-, Mode- und Grafikdesign. „Der Bezug zum historischen Bauhaus ist nur teilweise gegeben“, erzählt Manuell Goller, einer der drei Köpfe hinter dem jungen Label. „Aber die Grundidee, Departments aufzulösen und interdisziplinären Austausch zu fördern, ist wesent-licher Bestandteil von New Tendency. Wir verstehen uns nicht als reines Möbellabel, sondern suchen den Austausch mit Mode-, Grafikdesignern und befreundeten Architekten“

Das Bauhaus hat alle Mitglieder des Netzwerks durch ihr Studium in Weimar geprägt. „Den Slogan hat Daniel Burchard getextet“, erinnert sich Manuel Goller. „Bauhaus-Café, Henry-van de-Velde- Gebäude, Haus am Horn – Das Bauhaus hat uns ständig umgeben. ‚My Bauhaus is better than yours‘ hat uns geholfen, den Mythos aufzubrechen und uns Mut gemacht, uns an eigenen Interpretationen zu versuchen.“
Was mit einem Plakat angefangen hatte und mit einer Baumwolltasche international für Aufsehen sorgte, wurde letzten Sommer mit einem Anwaltsschreiben gestoppt. Bei einem Streitwert von 250.000 Euro kann man nur noch kurz mit den Schultern zucken: Was soll’s? Die Nachfolgeinstitutionen hatten in den Nachkriegsjahren schlichtweg versäumt, den Namen „Bauhaus“ zu schützen. Da ist es heute nicht nur für junge Unternehmer schwer, sondern auch die großen Bauhaus-Institutionen in Berlin, Weimar und Dessau haben im Kampf um die Warenklassen kaum eine Chance gegen den Baumarkt. Was wohl Gropius dazu sagen würde, dass die Markenrechte an dem Begriff „Bauhaus“ einem Baumarkt gehören? Jetzt nennt sich die Weimarer Firma „New Tendency“. Sie hatten auch andere Namen überlegt, „My Dada is better than yours“ zum Beispiel. Mit ihrem neuen Namen setzten sie ein positives Zeichen. Nach erfolgreichen Ausstellungen in Mailand und Beirut, auf der Art Berlin Contemporary und im Weltkulturen Museum Frankfurt sowie Kooperationen mit dem Kunstverein München, der Barbican Art Gallery London und dem Vitra-Haus in Weil am Rhein wurden sie nun kürzlich für den German Design Newcomer Award 2013 nominiert. Anfang Februar eröffnet die Gruppe übrigens ihr neues Büro mit Showroom in Berlin-Neukölln, direkt neben der Bruno-Taut-Siedlung in der Ossastraße. Die Jungs von New Tendency sind nicht zu stoppen – Namen sind zum Glück eben nur Schall und Rauch.

„Für uns ist der Vorgang abgeschlossen“, sagt der Robert Köhler, Pressesprecher des Baumarkts, heute. „Wir möchten betonen, dass wir unsere bekannte Marke gegen gewerbliche Nachahmer verteidigen. Unser Vorgehen richtet sich nicht gegen die Museen und Hochschulen, welche das ideelle Andenken der 1933 aufgelösten Bauhaus-Schule bewahren. Zu diesen pflegen wir seit Jahrzehnten eine harmonische Koexistenz. Gesprächsangeboten dieser Institution stehen wir offen gegenüber.“ Klingt friedlich. Die Diskussion bleibt und macht auf etwas ganz anderes aufmerksam: Den wachsenden Kulturverlust der heutigen Gesellschaft. (Jeanette Kunsmann)

www.newtendency.de

Bildschirmfoto 2013-01-30 um 17.56.18

Bildschirmfoto 2013-01-30 um 17.56.29

www.baunetz.de/woche

Bücherherbst 2012

Über abgelegene Inseln, isländische Baukultur, schnelle Autos, Dream City, die neue Kontrastküche, das Missverständnis der Moderne und spannende Herbstlektüre aus Tokio…

www.baunetz.de

Material und Fetisch

Wenn die Sonne aufgeht in Berlin, steuert die Party im Berghain gerade mal ihrem Höhepunkt entgegen. In dem weltberühmten Techno-Tempel zwischen Kreuzberg und Friedrichshain wird die Nacht zum Tag und der Tag zur Nacht. Für Außenstehende bleibt die Welt hinter der imposanten Fassade des einstigen Kraftwerks ein Geheimnis, hermetisch abgeschirmt von dicken Mauern, Zäunen und Stacheldraht. Wir haben mit den
Haus- und Hof-Architekten des Berghain gesprochen, Karhard Architektur + Design, die neben dem Berghain auch andere Clubs, Restaurants, Friseursalons, Wohnungen und Möbel auf ihrer Projektliste haben.

www.baunetz.de

moustache mugs..

Mit Bart oder Schnäuzer – Tassen von Peter Ibruegger:

www.peteribruegger.com

soap opera

Installation zur Eröffnung der Kulturhauptstadt Ruhr.2010 auf dem Gelände der ehemaligen Waschkaue/ jetztigen Pact-Gebäude.

Der Schaum aus Seifenblasen soll an den Reinigungsprozess erinnern – in der Kaue haben sich die Bergleute nach der Schicht gewaschen und umgezogen. Doch bezieht sich die soap opera vor allem auf den Transformationsprozess der ehemaligen Zeche in einen Kulturstandort. Ein nicht nachhaltiges Kunstwerk von raumlaborberlin.

Zum Video

Happy 2010

Vorschau 2010 im BauNetz